Vermeiden Sie es, Dinge herunterzuspülen, die dem Abwassersystem schaden können

Vermeiden Sie es, Dinge herunterzuspülen, die dem Abwassersystem schaden können

Viele Menschen denken im Alltag kaum darüber nach, was alles im Waschbecken oder in der Toilette landet. Doch das Abwassersystem ist nicht dafür ausgelegt, alles aufzunehmen, was wir wegspülen. Wenn falsche Dinge im Abfluss landen, kann das zu Verstopfungen, Überschwemmungen und teuren Reparaturen führen – sowohl in der eigenen Wohnung als auch im öffentlichen Kanalnetz. Hier erfahren Sie, was Sie besser nicht herunterspülen sollten und wie Sie das Abwassersystem schützen können.
Die Toilette ist kein Mülleimer
In die Toilette gehören nur drei Dinge: Urin, Kot und Toilettenpapier. Alles andere gehört in den Müll. Trotzdem landen viele andere Gegenstände im WC – oft aus Gewohnheit oder Unwissenheit.
Zu den häufigsten Übeltätern zählen:
- Feuchttücher – selbst solche, die als „spülbar“ beworben werden, lösen sich nicht wie Toilettenpapier auf und können große Klumpen im Rohrsystem bilden.
- Wattestäbchen und Hygieneartikel – sie bleiben leicht in den Rohren hängen und verursachen Blockaden.
- Kondome, Windeln und Tampons – sie quellen im Wasser auf und können den Abfluss schnell verstopfen.
- Essensreste und Fett – sie ziehen Ratten an und können in den Leitungen aushärten.
Merken Sie sich: Wenn es nicht aus dem Körper stammt oder sich nicht in Wasser auflöst, gehört es nicht in die Toilette.
Fett und Öl – die unsichtbare Gefahr in der Küche
Fett, Öl oder Bratensoße in den Abfluss zu gießen, scheint harmlos – ist es aber nicht. Sobald das Fett abkühlt, wird es fest und haftet an den Rohrwänden. Mit der Zeit entstehen sogenannte „Fettberge“, die ganze Leitungen blockieren können. In vielen deutschen Städten, etwa in Berlin oder Hamburg, müssen die Wasserbetriebe regelmäßig solche Ablagerungen entfernen – ein teures und aufwendiges Unterfangen.
So vermeiden Sie Probleme:
- Wischen Sie Pfannen und Töpfe mit Küchenpapier aus, bevor Sie sie spülen.
- Sammeln Sie altes Frittieröl oder Bratfett in einem Behälter und geben Sie es bei der Schadstoffsammelstelle oder im Wertstoffhof ab.
- Kratzen Sie Essensreste in den Biomüll oder Restmüll – nicht in den Abfluss.
Kleine Gewohnheiten können hier Großes bewirken – für Ihre Rohre und für die Umwelt.
Chemikalien und Medikamente gehören nicht ins Abwasser
Farbreste, Lösungsmittel, Reinigungsmittel und Medikamente können das Abwassersystem und die Umwelt erheblich belasten. Viele Kläranlagen können diese Stoffe nicht vollständig herausfiltern, sodass sie in Flüsse und Seen gelangen und dort Tiere und Pflanzen schädigen.
Entsorgen Sie stattdessen:
- Medikamentenreste in der Apotheke – viele Apotheken nehmen alte Medikamente kostenlos zurück.
- Farben, Öle und Chemikalien beim Wertstoffhof oder der kommunalen Schadstoffsammelstelle.
- Reinigungsmittelverpackungen im Gelben Sack, wenn sie leer sind – ansonsten ebenfalls als Sondermüll.
So tragen Sie dazu bei, dass gefährliche Stoffe nicht in die Umwelt gelangen.
Achten Sie auf kleine Partikel im Abfluss
Auch kleine Mengen von Haaren, Kaffeesatz, Sand oder Erde können sich in den Rohren ansammeln und den Abfluss verlangsamen. Verwenden Sie daher ein Sieb im Waschbecken oder in der Dusche und reinigen Sie es regelmäßig. Das verhindert, dass sich Schmutzpartikel tiefer im System festsetzen.
Frühzeitig auf Warnsignale achten
Wenn das Wasser im Waschbecken nur langsam abläuft oder die Toilette gluckert, ist das oft ein Hinweis auf eine beginnende Verstopfung. Je früher Sie reagieren, desto einfacher lässt sich das Problem beheben. Versuchen Sie zunächst, den Abfluss mechanisch zu reinigen – etwa mit einer Saugglocke oder einer Spirale. Verzichten Sie möglichst auf chemische Abflussreiniger, da sie die Rohre und die Umwelt schädigen können.
Bleibt das Problem bestehen, sollten Sie eine Fachfirma oder einen Sanitärbetrieb beauftragen. Das spart langfristig Kosten und Ärger.
Ein gemeinsames Anliegen für sauberes Wasser
Das Abwassersystem ist Teil unserer gemeinsamen Infrastruktur – es funktioniert nur, wenn alle verantwortungsvoll damit umgehen. Wer darauf achtet, was er herunterspült, schützt nicht nur die eigenen Leitungen, sondern auch die Umwelt und das öffentliche Kanalnetz.
Mit kleinen Veränderungen im Alltag können Sie viel bewirken. Fragen Sie sich beim nächsten Mal: Gehört das wirklich in den Abfluss – oder doch besser in den Müll?















